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Autor*innen gesucht: Wie der Einstieg in die Satire gelingt

Für die Satire-Formate des WDR sucht Redakteurin Daniela Mayer immer wieder talentierten Nachwuchs. Beim COLOGNE COMEDY CONNECTOR erzählt sie, wie der Einstieg beim WDR gelingen kann.

Wer einen Einstieg als Autor*in für Comedy- und Satire-Inhalte sucht, sollte sich unbedingt auch mit dem Radio befassen. Für Daniela Mayer, die sich beim WDR unter anderem um das Format „Satire Deluxe“ kümmert, ist das Radio bestens geeignet für junge Autor*innen. „Es ist ein Super-Feld, um sich in Zwei- bis Drei-Minuten-Formaten auszuprobieren“, sagte sie beim COLOGNE COMEDY CONNECTOR im vergangenen Oktober in Köln. Doch nur beim Radio bleibt es dabei meist auch nicht. „Wir suchen immer Leute, die Lust haben, sich im Radio auszuprobieren und die Inhalte dann auch in Social Media rüberzuziehen“, so Daniela, die auch für die kürzlich gestartete Facebook-Gruppe „Ladies Club“ – ein Spin Off der TV-Mixshow „Ladies Night“ – mit verantwortlich ist.

Vom klassischen Autor*innen-Profil kann man da nicht mehr unbedingt sprechen. Schließlich kommt des bei den Radio-Formaten des WDR darauf an, zusammen mit den Radio-Inhalte auch mit den Themen korrespondierende Beiträge für Facebook und Co. zu erstellen, „Wir sind mittlerweile eher auf der Suche nach Kreativ-Producern. Die zweite Frage, die wir stellen lautet meistens: ‚Kannst du Photoshop?'“, erzählt Daniela und gibt direkt Entwarnung für die, die diesen Skill nicht mitbringen: „Man kann aber auch niederschwelliger mit einer Idee für einen Radiobeitrag anfangen“, schiebt sie nach.

„Wenn mit genau jetzt jemand eine Idee mit einem konkreten Umsetzungvorschlag schickt, dann setze ich mit mit ihm hin und wir arbeiten das aus und testen es.“

Während der Veranstaltung ermutigt Daniela junge Talente, sich aktiv ins Gespräch zu bringen: „Wir sind immer dankbar für Vorschläge, für Skripte, für Ideen. Da kann man wirklich mutig sein und einfach mal was schicken. Das ist ein Bereich, in den man sehr schnell reinkommen kann.“ Vor allem dann, so erzählt Daniela, wenn wenige Tage vor der Sendung noch nicht alle Beiträge stehen und im hektischen Alltag auch nur schwer zu erstellen sind. „Dann denke ich oft: Wenn mit genau jetzt jemand eine Idee mit einem konkreten Umsetzungvorschlag schickt, dann setze ich mit mit ihm hin und wir arbeiten das aus und testen es“.

Allzu unerfahren sollte man dabei jedoch nicht sein. Bevor es an die Umsetzung geht, prüfen Daniela und ihre Kolleg*innen abhant von Arbeitsproben ob das Handwerk sitzt – bevorzugt im Netz. „Da hilft zum Beispiel ein Twitter-Account mit ein paar Onelinern, den wir uns direkt anschauen können“, erklärt sie.

Ebenfalls wichtig bei „Satire Deluxe“: Wie der Name schon sagt, sollte der Inhalt mehr sein, als nur lustig. „Es muss vor allem auch eine klare Haltung haben. In der Satire muss ich mir immer die Frage stellen: Was will ich sagen, wo zielt es hin? Hat es einen Zweck, außer unterhaltend zu sein?“, umreißt Daniela den Unterschied zur reinen Comedy.

„Wenn ich mit einem journalistischen Anspruch rangehe, muss ich mir die Frage stellen, was habe ich davon, wenn ich darüber einen billigen Gag mache. Kann ich etwas dazu sagen, das mehr bringt, außer dass man kurz mal lacht?“

Am Beispiel der Corona-Erkrankung von Donald Trump führt sie aus: „Wenn ich mit einem journalistischen Anspruch rangehe, muss ich mir die Frage stellen, was habe ich davon, wenn ich darüber einen billigen Gag mache. Kann ich etwas dazu sagen, das mehr bringt, außer dass man kurz mal lacht?“

Grundätzlich sei es in der Satire wichtig, eine politische Haltung zu haben. „Man sollte auch in der Lage sein, von seiner eigenen privaten Meinung auch einmal abweichen zu können, damit ein Diskurs entstehen kann“, so Daniela weiter. „Denn ein Diskurs kann nicht entstehen, wenn immer nur von der selben Seite geschossen wird.“

Und wie steht es um die Verdienstmöglichkeiten? „Die Zeiten, in denen man beim Rundfunks das große Geld verdient hat, sind vorbei“, erklärt Daniela. Aber wer über die Woche mehrere Gags und Stücke verkaufen kann, bei dem kann schon etwas zusammenkommen. Beim WDR, wie auch in vielen anderen Redaktionen, sind die Honorare je nach Umfang der erbrachten Inhalte gestaffelt – das reicht von einem Gag über Beitragsideen bis hin zu ganzen Stücken, die fertig produziert angeliefert werden.

Ebenfalls gefragt in Danielas Redaktion: Autor*innen für einen kleinen digitalen Writers‘ Room, für den man sich mit Ideen für Bildkacheln bewerben kann. Die Chancen für einen Einsatz stehen um so besser, je eher man in der Lage ist, die verschiedenen Ausspielwege – vom Radio, über eine Facebook-Kachel bis zur Instastory – konzeptionell direkt mitzudenken.

Wer mit Daniela in Kontakt treten möchte, kann einfach eine Mail an jochen@cojokingspace.de senden. Wir leiten die Infos dann gerne weiter.

17.03.2021

Text: Jochen Voß
Bild: Juliane Guder / Film Festival Cologne